KfW Entwicklungsbank

KfW Entwicklungsbank Transparenz-Portal

In Zusammenarbeit mit der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. haben wir das Transparenz-Portal der KfW-Entwicklungsbank umgesetzt. Hierbei ging es darum, der interessierten Öffentlichkeit einfach und verständlich eine Übersicht über alle weltweiten Förderungen der KfW Entwicklungsbank zur Verfügung zu stellen. Mit nur wenigen Klicks können Zahlen im Detail analysiert werden. Dies erlaubt, sich aktuell über Herkunft, Verwendung und Wirkung der KfW-Fördermittel zu informieren. Sowohl horizontal als auch vertikal können in die relevanten Daten von jedermann eingesehen werden. Das Transparenz-Portal leistet somit eine wichtigen Beitrag zu höherer Wirksamkeit und Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit.

Unser Geschäftsführer Christian Kreutz gab der KfW zu dem neuen Portal auch ein Interview. Hier ein Auszug:

KfW: Es wird kritisiert, dass Transparenz nur Nichtregierungsorganisationen und IT-Spezialisten zugute kommt. Wie profitieren denn armen Länder von mehr Transparenz?

Kreutz: Gerade die Verwaltung in Entwicklungsländern profitiert davon enorm: Die Beamten vor Ort sind mit einer solchen Flut von Projektvorschlägen konfrontiert, dass sie schnell den Überblick verlieren. Wenn wir in den Geberländern ihnen Arbeit ersparen und Datensätze, aufbereitet nach internationalen Standards, anbieten, dann wird es für sie viel einfacher, sie in ihre Analyseinstrumente einzubauen und die Geldflüsse besser zu kontrollieren und zu verteilen. Es wird sich auszahlen in barem Geld!

KfW: Haben die Entwicklungsländer überhaupt die Infrastruktur dafür?

Kreutz: Die größten Innovationen im Bereich Internet und Telefon passieren doch in den Schwellenländern! Ostafrika ist die erste Region auf der Welt, in der man mit dem Mobiltelefon Geld überweisen konnte. Natürlich müssen wir die Analysekapazitäten schärfen und den Menschen hierzulande und in den Schwellenländern den Mehrwert deutlich machen. Hier stehen wir noch am Anfang. Noch sind die Daten sehr aggregiert. Richtig spannend wird es, wenn man sehen kann, wie hoch die Personalausgaben sind, wie hoch die Sachkosten. Das ist natürlich auch sehr politisch…

KfW: Was bringt die neue Transparenz den Geberländern?

Kreutz: Der Stand heute ist, dass es keine Übersicht gibt. Ich kann heute nirgendwo herausfinden, welche Gesundheitsprojekte es in Tansania gibt. Transparenz ist, wenn wir wissen: Wer macht was, wo und wann. Ein einheitlicher weltweiter Organisationsstandard wird es den Geberinstitutionen ermöglichen, viel schneller und einfacher auf entscheidende Daten zurück zu greifen.

KfW: …Sie sprechen über den Standard der International Aid Transparency Initiative (IATI), der sich auch die Bundesregierung angeschlossen hat…

Kreutz: Genau. Wenn sie mit einem Klick die Daten der Weltbank, von USAID und anderen vergleichen können, öffnen sich neue Horizonte. Auch können die Organisationen untereinander besser kommunizieren. Und wenn wir die Projektdaten kombinieren mit den Ausschreibungen und Evaluierungen, dann fängt die Musik richtig an zu spielen! Irgendwann können wir vielleicht sogar in die Planung von Organisationen hinein schauen, ohne dieses Wissen über formelle oder informelle Quellen eventuell teuer erkämpfen zu müssen. So werden Kosten gespart, Korruption und Seilschaften verhindert. Wir sind ganz am Anfang und sehen ein riesiges Potenzial.

Referenz

Hunderte Finanz-Förderungen der KfW-Entwicklungsbank auf einen Blick. Innovative Daten-Visualisierung der crisscrossed GmbH.